Kurzreport: Das System MLP – Für den Finanzvermittler führen viele Wege auf den Campus

von | 31.05.2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

in dem Kurzreport „Das System MLP“ zeigt Finanzwende, wie sich der Wieslocher Finanzvermittler über Karrierezentren, Institute und Fachschaften Zugang zu Studierenden verschafft und sie so in Verkaufsgespräche lockt.

Die Karrierezentren der Universitäten gelten schon länger als beliebtes Einfallstor für MLP. Wenn der Finanzvermittler dort auf ein „Nein“ trifft, versucht er es weiter an Instituten und bei Fachschaften. Lena Blanken, Leiterin Kampagnen bei Finanzwende, sagt dazu: „Finanzvermittler müssen endlich runter vom Campus. MLP und Co. haben ein offenkundiges Verkaufsinteresse, das hinter dem vermeintlichen Lehrangebot steht. Indem Hochschulen dem Finanzkonzern Tür und Tor öffnen, verleiht sich MLP einen seriösen Anstrich.“

MLP hat unter anderem Kooperationen mit Universitäten in Städten wie Mannheim, Heidelberg, Köln und Chemnitz geschlossen und bietet dort Kurse über die offiziellen Webseiten der Career Center an. In den Kursen geht es um Gehaltsverhandlungen oder eine Einführung in die Datenverarbeitung mit Excel. Sie dienen dem Unternehmen letztlich zum Verkauf von Finanzprodukten wie etwa Renten- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen. Nach der Recherche von Finanzwende baut MLP zudem Kooperationen mit einzelnen Instituten auf, etwa dem für Betriebswirtschaftslehre an der Uni Rostock, wenn der Zugang über die Career Center nicht möglich ist. Fachschaften sind ein weiteres Einfallstor für MLP. Unterfinanzierten und wenig sensibilisierten Fachschaften nimmt MLP beispielsweise aufwendige Services wie die Koordination von Examensprotokollen im Fach Jura an der Universität Leipzig ab.

MLP plant das Hochschulgeschäft noch weiter auszubauen. Die Zahl der Vertriebler die über Hochschulen und Universitäten Kundenakquise betreiben, steigerte MLP von 150 im Jahr 2017 auf 440 gegen Ende des Jahres 2020. Bis 2022 solle die Zahl auf 600 steigen. Finanzwende mahnt, dass die Expansionspläne von MLP die Hochschulen aufschrecken sollten. „Unis und Hochschulen dürfen keine vorgelagerte Verkaufsplattform für MLP sein. Die öffentliche Infrastruktur einer Bildungsstätte sollte nicht für solche Aktivitäten genutzt werden“, heißt es von Lena Blanken weiter. Dass manche Hochschulen offenbar unkritisch derartige Kooperationen eingehen, gehe zulasten der wissenschaftlichen Unabhängigkeit der Lehre und zulasten der Studierenden, die sich im Vertrauen auf ihre Hochschule auf den Finanzvermittler einlassen würden.

Den Kurzreport finden Sie unter dem folgenden Link: https://finanzwende-recherche.de/wp-content/uploads/2021/05/Das_System_MLP_Mai_2021.pdf

 

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Julian Merzbacher
Finanzwende Recherche
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