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Greenwashing

Die Gefahr vor Ort

Klimarisiken im deutschen Bankensektor 

08.07.2026

  • Unternehmen sind verschiedenen Klimarisiken ausgesetzt – physischen und transitorischen. Je größer ein Klimarisiko für ein Unternehmen, desto größer ist es auch für die mit ihm verbundene Bank.
  • Ein neuer Report von Finanzwende Recherche zeigt: Klimarisiken treten nicht überall gleich auf, sondern sind regional sehr unterschiedlich verteilt.
  • Klimarisiken sind daher nicht nur für große Banken relevant, sondern auch und gerade für Banken mit einem starken regionalen Fokus.

Die Klimakrise kann auch zur Finanzkrise werden. Denn Risiken, die Unternehmen gefährden, können auch für Banken gefährlich werden. Man unterscheidet dabei zwei Arten von Risiken: physische Klimarisiken, etwa durch Überflutung oder auch Hitze, und transitorische Risiken, die aus dem Wandel hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft entstehen. Letztere werden in Aufsicht und Forschung inzwischen breiter diskutiert. Physische Risiken – und insbesondere ihre Konzentration – sind häufig schwerer sichtbar.

Finanzwende-Report „Die Gefahr vor Ort“

Hier setzt ein neuer Report von Finanzwende Recherche an: Er zeigt nicht nur, wo physische und transitorische Risiken auftreten, sondern wo sie sich räumlich und wirtschaftlich überlagern – und dadurch potenziell gegenseitig verstärken.

Dafür verknüpft der Report regionale Klimarisikodaten mit Unternehmensinformationen. Im Mittelpunkt stehen Flutrisiken, ergänzt um Hitze- und Dürreexpositionen. Zusätzlich untersucht der Report, welche Unternehmen besonders CO2-intensiv arbeiten und von einem Wechsel hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft besonders betroffen werden. Und er untersucht, wie diese Unternehmen mit Banken verknüpft sind – und welche Probleme sich daraus für die Geldinstitute ergeben.

Ergebnisse des Finanzwende-Reports

Die Ergebnisse zeigen erstens, dass physische Klimarisiken räumlich stark konzentriert sind. Ein erheblicher Teil der wirtschaftlichen Aktivität liegt in Regionen mit mittlerer oder hoher Flutexposition.

Zweitens zeigt die Analyse, dass CO2-intensive Sektoren zwar nur einen kleinen Teil der Unternehmen ausmachen, aber ein überproportionales wirtschaftliches Gewicht besitzen. Übergangsrisiken betreffen damit nicht unbedingt viele Unternehmen, wohl aber wirtschaftlich zentrale Aktivitäten.

Besonders relevant ist jedoch die Überlagerung beider Risikodimensionen: In flutexponierten Regionen sind CO2-intensive Sektoren deutlich überrepräsentiert. Klimarisiken sollten daher nicht als viele voneinander unabhängige Einzelrisiken verstanden werden, sondern als gebündelte Verwundbarkeiten.

Drittens ist diese Exposition im Bankensystem ungleich verteilt. Ausschlaggebend für Banken ist dabei weniger die Anzahl der betroffenen Unternehmen als das wirtschaftliche Gewicht der exponierten Kundschaft. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass physische Klimarisiken nicht nur für große, direkt von der EZB beaufsichtigte Institute relevant sind, sondern auch für regional verankerte Bankengruppen wie Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

Klimarisiken endlich ernst nehmen

Der zentrale Befund dieses Reports lautet daher: Klimarisiken sind für deutsche Banken nicht deshalb relevant, weil sie überall gleich stark wirken, sondern weil sie sich räumlich, sektoral und portfoliobezogen konzentrieren. Genau darin liegt ihre aufsichtliche Bedeutung.

Wer Klimarisiken weiterhin primär als langfristiges Nachhaltigkeits- oder Reputationsrisiko behandelt, unterschätzt ihre mögliche Rolle als Konzentrationsrisiken in Kreditportfolios.

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