Neues Gutachten für Sustainable-Finance-Politik

von | 07.09.2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit einem Gutachten zeigen die Organisationen WWF Deutschland und Finanzwende, wie die Politik Sustainable Finance ganz konkret voranbringen kann. Die Bedeutung des Themas ist immens, denn der Finanzsektor hat eine Schlüsselfunktion für den Wandel hin zu einer starken und sozial-ökologischen Wirtschaft. Die riesigen Summen an privatem Kapital, die über das Finanzsystem investiert werden, müssen deshalb systematisch aus nicht-nachhaltigen Bereichen in zukunftsfeste wirtschaftliche Aktivitäten fließen. Wie dies besser gelingen kann, zeigt ein Gutachten der Kanzlei Becker Büttner Held im Auftrag von Finanzwende und WWF.

Im Februar hat der Sustainabe-Finance-Beirat der Bundesregierung 31 Empfehlungen vorgelegt. Die im Mai vorgelegte Strategie der Bundesregierung enttäuschte im Vergleich dazu viele und blieb im Vagen. In drei wichtigen Regulierungsbereichen zeigt das Gutachten deshalb konkret, wie man per Gesetz die Thematik voranbringen kann: durch eine bessere Unternehmensberichterstattung, durch eine größere Vorbildrolle des Staates am Finanzmarkt und mehr Transparenz im Gebäudesektor.

„Die Finanzbranche hat bei der Eindämmung der Klimakrise eine zentrale Rolle, denn sie gestaltet mit ihren Finanzierungsentscheidungen die Wirtschaft von morgen“, sagt Gerhard Schick, Geschäftsführer von Finanzwende. „Das Gutachtens macht konkrete Vorschläge, wie wir mit gesetzlichen Anpassungen für nachhaltigere Finanzmärkte sorgen können.“

Schick betont, dass der Gemeinwohlauftrag der Sparkassen konkreter gefasst werden solle, denn dadurch würden diese systematisch zu einer umweltfreundlicheren Zukunft beitragen. Das Gutachten zeigt beispielhaft für das Sparkassengesetz in Baden-Württemberg, wie die Leerformel der Gemeinwohlorientierung der Sparkassen in einen klaren Handlungsauftrag in Richtung Nachhaltigkeit umgewandelt werden kann.

Der Geschäftsführer von Finanzwende fordert darüber hinaus:

„Öffentliche Kapitalanlagen sollten in Zukunft im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen angelegt werden. Der Bund darf mit seinen Investitionsentscheidungen nicht länger die eigenen Anstrengungen beim Klima- und Umweltschutz untergraben.“

Das Gutachten legt auch dar, wie sich beim Thema Transparenz etwas ändern kann. Schließlich sind Daten und Informationen zentrale Grundlage dafür, damit Kapital systematisch und effizient in die nachhaltige Transformation fließt. Dafür braucht es eine Verbesserung der bestehenden Transparenz- und Offenlegungspflichten in der Unternehmensberichterstattung. „Bisher leistet die Berichterstattung zu Nachhaltigkeit keinen relevanten Beitrag zur Transformation“, sagt Matthias Kopp, Leiter Sustainable Finance beim WWF Deutschland. Das Gutachten zeigt, wie die Politik über Anpassungen der Vorgaben im Handelsgesetzbuch den Rahmen so setzen kann, dass genügend Informationen zu Klima- und Nachhaltigkeitsrisiken bei jeder Investitionsentscheidung berücksichtigt werden können. „Nachhaltigkeitsberichterstattung muss gesetzlich verbindlich für alle relevanten Unternehmen und letztlich zu einem festen Teil der klassischen Finanzberichterstattung werden“, sagt Kopp.

Mehr Informationen zum Gutachten, wie einen Link zum Gutachten selbst, finden Sie hier: https://www.finanzwende-recherche.de/unsere-themen/nachhaltige-finanzmaerkte/wie-es-mit-sustainable-finance-vorangehen-kann/ 

 

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Julian Merzbacher
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